Die Rechtschreibung, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis heute noch amtlich gültig ist, geht auf das Jahr 1901/1902 zurück. Beschlossen wurde die Rechtschreibung auf der 2. Orthographischen Konferenz in Berlin, 1902 als Regelwerk veröffentlicht und kurz darauf in Deutschland in Form einer Rechtsverordnung dann auch amtlich. Die Nachbarländer Schweiz und Österreich übernahmen diese Normierung. Ziel der amtlichen Regelung der Rechtschreibung war insbesondere eine einheitliche Rechtschreibung für das ganze deutsche Sprachgebiet herzustellen. Während man sich um die Vereinheitlichung kümmerte, wurde dabei die Vereinfachung vergessen. Deshalb bemüht man sich seit der Veröffentlich der deutschen Rechtschreibung 1902 um Reformen. Vereinfachung durch Systematisierung, so lautet das Motto einer jeder Rechtschreibreform. Veraltete Normen müssen den aktuellen Erfordernissen angepasst werden.
Kaum Rechtschreibreformen im Ausland
Während man in einigen Ländern recht fleißig reformiert, ist es in einigen Sprachen unwahrscheinlich, dass es jemals zu einer Reform kommen wird. Warum? Weil es an einer Instanz oder Institution fehlt, die so eine Änderung überhaupt durchsetzen könnte. Die Academie Francaise wacht in Frankreich über die Erhaltung und Pflege der Sprache, worunter auch die Rechtschreibung fällt, in Italien ist die Academia della Crusca jene Institution mit der längsten Tradition. Das Englische zählt zu jenen Sprachen, die sich einer einheitlichen Reform auch in Zukunft entziehen werden.
Probleme beim Sprachen lernen
Beim Englisch lernen, egal ob auf einer Sprachreise London oder daheim in Deutschland im Klassenzimmer stellt für viele Studierende die häufige Abweichung von Aussprache und Schreibweise ein Problem dar. Im Laufe der Zeit hat sich die Rechtschreibung der englischen Sprache nämlich auch ohne formale Reform stark verändert, seit dem 16. Jahrhundert sogar erheblich. Von einer Ausnahme könnte man bei den Reformvorschlägen von Noah Webster sprechen, die sich zum Teil in Nordamerika sogar durchsetzen konnten.
Ein weiterer Versuch ist jener der Simplified Spelling Society, die 1908 in England gegründet wurde. Die Unregelmäßigkeiten der englischen Rechtschreibung sollten reduziert werden, ein Ziel für das sich auch berühmte Persönlichkeiten wie George Bernhard Shaw, Benjamin Franklin oder Mark Twain einsetzten. Weitergehende Reformversuche waren in England aber zum Scheitern verurteilt.
Wenig Anlass für Reformen bieten Sprachen, die traditionell phonologisch geschreiben werden.
Bild: panthermedia.net | Christian Schwier
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