Es wird ja gerne auch Jahre später noch über die Rechtschreibreform gemeckert. Sicher ist sie nicht komplett perfekt, aber welche Rechtschreibung vorher war es denn? Die jetzige Rechtschreibung hat den ungemeinen Vorteil, dass sich die meistgebräuchlichen Änderungen sinnvoll und logisch ableiten lassen. Da wir aber in Deutschland nicht nur Land der Dichter und Denker, sondern auch der Bürokraten und Regulierer sind, gibt es eine Anzahl an Sonderregeln. Diese sorgen teilweise sogar zu Recht für Verärgerung bei der Bevölkerung.
Was mir aber viel saurer aufstößt ist die Tatsache, dass ein großer Teil der laut und leise meckernden Bevölkerung weder in der alten noch in der neuen Rechtschreibung zuhause zu sein scheint. Wenn man Emails von offiziellen Stellen wie Ämtern oder Hochschulen bekommt fragt man sich manchmal, ob man die Belegschaft nicht bei einer Rechtschreibhilfe anmelden sollte. Das ist doch auch ein Imageschaden für die Behörden. Wobei sich die Frage stellt, ob die Empfänger die Fehler selber überhaupt wahrnehmen.
Schlimm sieht es teilweise auch bei Zeitungen und Zeitschriften aus. Hier spürt man die Einsparungen bei den festen Redakteuren, Schlussredakteur und Lektorat dürfen wohl immer als erste gehen. Schließlich tragen diese Leute auch nichts zur Zeitung bei, wie ihre Artikel verfassenden Kollegen. Die Theorie sieht dann so aus, dass man seine Artikel doch selber korrigieren kann. Dabei weiß jeder, der schon mal einen Text geschrieben hat, dass man seine eigenen Fehler nicht wahrnimmt.
Somit bleibt nur zu hoffen, dass die Leute auch im Arbeitsalltag ein Herz für die Rechtschreibung haben und dieser Artikel fehlerfrei daher kommt, nachdem ich mich hier so beschwere
Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de
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