Seit August 2006 gibt es die so genannte Rechtschreibreform, die seit 2007 für alle Schulen verbindlich ist.
Zu Beginn herrschte große Verwirrung, wie es beim Erbrecht heute nach der Reform auch der Fall ist. Das bleibt bei einer Reform nie aus. Was hat sich aber bezüglich der Rechtschreibung geändert und welche neuen Regeln gibt es? Im Folgenden soll auf die bedeutendsten neuen Rechtschreibregeln näher eingegangen werden.
Die wohl gravierendste Änderung der Rechtschreibung ist die Unterscheidung, ob ein Wort mit -ß oder -ss geschrieben wird. Hier gibt es eine einfache Regel: Steht vor dem -ß oder -ss ein lang gesprochener Vokal, wird das Wort mit -ß geschrieben (Beispiele: Fuß, Gruß, …). Wird der Vokal hingegen kurz gesprochen, steht dort ein -ss (Beispiele: Kuss, müssen, …). Weiterhin steht nach Diphthongs (au, eu, ie, …) immer ein -ß.
Die zweite bedeutende Änderung ist, dass Buchstaben bei der Zusammensetzung von zwei Wörtern nicht mehr wegfallen (Beispiele: Schifffahrt, Betttuch, …). Weiterhin bezieht sich jedes Wort jetzt stärker auf seinen Wortstamm (Beispiel: Nummer – nummerieren). Dies vereinfacht die Rechtschreibung, da nun alle Wörter mit dem gleichen Wortstamm auch gleich geschrieben werden. Eine weitere Erneuerung sind die Bindestriche bei Ziffern. So wird als Beispiel acht Mal nun „8-mal” geschrieben.
Aber auch beim Verfassen von Briefen gibt es eine wichtige Änderung. Im Gegensatz zu früher werden nur noch Anredepronomen der 2. Person Plural groß geschrieben (Beispiele: Ihr, Euer, …). Bei der Großschreibung fällt zusätzlich auf, dass nun auch Tageszeiten nach den Wörtern „heute”, „morgen” und „gestern” groß geschrieben wird (Beispiele: gestern Abend, morgen Mittag).
Bezüglich der Kommasetzung gibt es ebenfalls viele unterschiedliche Regeln, wann ein Komma gesetzt werden darf beziehungsweise muss. Auch bei der Trennung zwischen Silben wird nun nach so genannten „Sprechsilben” getrennt (Beispiele: Fens-ter, Bä-cker).
Die Rechtschreibreform beinhaltet demnach viele neue Regeln, die man erst einmal lernen muss um sie richtig anwenden zu können. Hat man die Änderungen jedoch verinnerlicht, fällt es bei vielen Wörtern leichter, die zugehörige Rechtschreibung zu erkennen und die Wörter somit korrekt schreiben zu können.
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